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Das kleine Ich-bin-ich ist ein kleines, nicht näher bestimmbares, buntes Tier, das auf der Suche nach seiner Identität ist. Das bunte Tier spaziert über eine Blumenwiese und trifft einen Frosch. Der Frosch möchte wissen, was für ein Tier es sei. Das kleine Ich-bin-ich weiss keine Antwort. Verzweifelt fragt es nun verschiedene andere Tiere (Pferde, Fische, weisse Vögel, Nilpferde, Papageien, Hunde), ob jemand wisse, wer es sei. Doch keiner weiss es. Das kleine Ich-bin-ich fragt sich schliesslich: «Ob’s mich etwa gar nicht gibt?» Plötzlich trifft es die Erkenntnis wie ein Blitz. Das bunte Tier erkennt: «Sicherlich gibt es mich: Ich bin ich!» Das kleine Ich-bin-ich freut sich und gibt seine Erkenntnis sogleich an alle anderen Lebewesen weiter.

An diesen Kinderbuchklassiker musste ich denken, als ich das Evangelium vom 4. Sonntag der Osterzeit las. Wie oft ist es den Menschen zur Zeit Jesu so ergangen, dass sie nicht wussten, wer Jesus eigentlich ist. «Bist du der Messias?», haben sie ihn gefragt. «Bist du ein König?», hat Pilatus ihn gefragt. «Für wen haltet ihr mich?», hat Jesus seine Jünger gefragt. Immer wieder diese Frage: Wer ist dieser Jesus? Und ja, einige – damals wie heute – behaupten sogar, dass es ihn gar nicht gebe oder je gegeben habe.

Jesus selbst hat uns in der Heiligen Schrift eine Reihe von Antworten auf diese Frage gegeben. Er hat gesagt: «Ich bin der Weinstock. Ich bin der Weg. Ich bin das Brot. Ich bin der gute Hirte. Ich bin die Auferstehung und das Leben.» Jesus brauchte sich selbst nicht zu fragen: Wer bin ich? Sondern er wusste, dass er ganz er selbst ist, der Sohn des Vaters, der Sohn Gottes. Und er hat immer wieder versucht, sein Verhältnis zum Vater und sein Verhältnis zu uns in Bildern zu verdeutlichen. Es sind Bilder, die uns Vertrauen schenken sollen, Sicherheit, Geborgenheit. Allen Bildern ist gemeinsam, dass sie voller Leben und Lebendigkeit sind. Sie wollen uns einladen, Jesus, seiner Botschaft und seiner Liebeserklärung an uns zu vertrauen; ja, ihm so sehr zu vertrauen, dass wir uns ihm an-vertrauen und unser Leben an ihm ausrichten. Das wünsche ich uns in dieser Osterzeit: dass wir neu diese Einladung Jesu hören – nicht nur mit den Ohren, sondern mit ganzem Herzen: Ich bin für euch wie ein guter Hirte, der sein Leben einsetzt, um euch zu retten. Ich kenne euch durch und durch und liebe euch über alles.

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