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Es ist nicht mehr lang hin, dann werden Mitte Februar an der Nordseeküste nahezu allerorts bis nach Dänemark hinauf die sogenannten Biikefeuer entzündet. Es handelt sich um oft meterhohe Lagerfeuer, die traditionellerweise in geselliger Runde am Vorabend des Petri-Festes an den Stränden entzündet werden. Der Brauch des Biikebrennens ist mehr als 2000 Jahre alt. Jahrhundertelang markierte dieser Tag den Beginn der Saison der Walfänger, die dann mit ihren Segelbooten bis nach Grönland hinaufzogen. Ganz ursprünglich ging es darum, mit hohen Flammen, die den Nachthimmel emporklettern, die bösen Geister des Winters zu vertreiben. Die Angst vor numinosen Unheilsmächten war damals mit Händen greifbar. Die Menschen wähnten sich nicht nur guten, sondern auch bösen Mächten preisgegeben. Heute haben die meisten – zumindest in der modernen westlichen Welt – solch einen Geisterglauben weit hinter sich gelassen. Das heisst aber nicht, dass sie keine Angst mehr hätten. Vor allem das Unberechenbare, das Ungewisse bereitet nach wie vor Kopfzerbrechen. Und die Angst der Menschen vor allem Lebenswidrigen bricht sich auch heute noch vielfach Bahn. Die Schrecken der gegenwärtigen Pandemie offenbaren dies auf ihre ganz eigene Weise.

Jesus kennt die Not der Menschen und stellt sich ihr in den Weg. Das Evangelium skizziert ihn, wie er, mit der Vollmacht Gottes ausgerüstet, kraftvoll dem Leben dient. Der Gottessohn aus Nazareth heilt Kranke, durchbricht Isolation und überwindet tiefe Vorurteilsgräben. Alle Lebensfeindlichkeit bleibt chancenlos. Jesus macht mit ihr kurzen Prozess. Dazu reicht ihm oft ein einziger Satz. Sein machtvolles Wort setzt allem unheilvollen Treiben ein Ende. Das Böse ist der grosse Verlierer.

Jesus ist im Spiegel des Evangeliums nicht bloss ein vorbildlicher Mensch. Es reicht auch nicht aus, in ihm einen Therapeuten zu sehen. Aus der Warte des Evangeliums ist Jesus vielmehr der Messias Gottes. Macht- und kraftvoll in Wort und Tat. In ihm erfüllt sich nach christlicher Lesart die alte Verheissung der Tora, deren fünftes Buch (Dtn 18, 15-20) die endzeitliche Hoffnung des Mose für das Gottesvolk erinnert: «Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte erstehen lassen.»

Das vierte Evangelium verkündet diesen Messias Jesus als das Licht der Welt, das alle Finsternis vertreibt: «Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt» (Joh 1,9). «In Christus war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen» (Joh 1,4). Wer dieses Licht in sein Leben hineinscheinen lässt, muss kein Dunkel mehr fürchten, kann vielmehr dort, wo sich das konkret gelebte Leben in seinen Höhen und Tiefen abspielt, neu auf die Karte der Hoffnung setzen.

Ein (inzwischen gar nicht mehr ganz so) modernes Glaubenslied bringt den Gedanken zum Klingen: Wenn wir das Leben teilen wie das tägliche Brot, wenn alle, die uns sehen, wissen: Hier lebt Gott; wenn wir die Liebe leben, die den Tod bezwingt, glauben an Gottes Reich, das neues Leben bringt: Jesus Christ, Feuer, das die Nacht erhellt, Jesus Christ, du erneuerst unsre Welt!

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