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Gott ist reiner Geist. Dieser Geist drückt sich aus, formt und gestaltet, äussert sich in der Schöpfung. Wo er geleugnet wird, gewinnt das Chaos, wo ihm Raum gegeben wird, schafft er neue Wirklichkeit. Wir erleben das allein schon in unseren Beziehungen zu den Mitmenschen: Wo es zum geistigen Austausch kommt, wachsen Verständnis und Zutrauen, wo dem anderen der Geist aberkannt wird, kommt es zur Ausnutzung und zum Missbrauch.

Der reine Geist, Gott, wurde durch das Leben Jesu Christi sichtbar: Der Geist, der über den Urfluten schwebte, hat sich auf diesen Menschen gesenkt und sein Antlitz vereinte Schöpfer und Schöpfung. In seinem Mensch- und Gottsein verband er die Menschen aufs Neue und für immer mit Gott, damit am Ende nicht das Chaos, der Tod oder das Nichts sei, sondern das Leben in seiner unausdenkbare Fülle.

Das Chaos, der Tod stellten auch sein Engagement infrage, genau wie unser Einsatz immer auch infrage gestellt ist und wir letztlich nicht die Gewissheit haben, dass es sich lohnt und dass wir am Ende gewinnen. Sein Leiden und Sterben stellten aber auch das Engagement und das Vertrauen seiner Freunde infrage. Sie lebten im Zweifel, gar in der Verzweiflung. Aus Furcht schlossen sie sich ein, kommunizierten nicht mehr, verstummten und liessen sich durch die Angst lähmen. War alles nur äusserlich, geistlos, Illusion, Traum?

Und in diese aussichtslose, verzweifelte, chaotische Situation kommt Gottes Geist erneut: Im leibhaft Auferstandenen, noch gezeichnet von der Marter und vom Tod, begegnet der Geist Gottes dieser verstörten, mutlosen, ebenfalls vom Tod gezeichneten Menschengruppe und schenkt ihnen neuen Atem, den lebendigen Geist Gottes, eine geistliche Mund-zu-Mund-Beatmung, eine lebensrettende Massnahme, die nur Gott leisten kann.

Die Apostelgeschichte berichtet von der Wirkung dieses Ereignisses: Die verschlossene Tür wird geöffnet, das Versteck verlassen, das Schweigen gebrochen, mehr noch: Ihre Worte waren so geistvoll beseelt, dass alle sie verstanden.

Die Menschen hätten damals in Jerusalem die geistvoll beseelten Worte der Jünger und Jüngerinnen nicht aufnehmen können, wenn nicht schon derselbe Geist Gottes auch in ihren Herzen gewirkt hätte. Darum ist es so wichtig, dass wir miteinander als Kirche der Welt zeigen, dass der Geist Gottes im Menschen wohnt. Wir alle leben in der merkwürdigen Spannung zwischen Geist und Körper, Leib und Seele. Wir alle haben die harmonische Einheit dieser Kräfte noch nicht gefunden. Aber mehr noch als den Keim des Todes tragen wir durch Jesus Christus den Keim des Lebens in uns, sind wir geistbeseelte Menschen und dürfen der Welt Zeugnis dafür geben, damit überall dem einen Geist Raum gegeben wir, das Antlitz der Erde zu erneuern.

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