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Wenn gelegentlich von einem Museum die Rede ist, dann denken nicht wenige an uralte Dinge in fast genauso uralten Glasvitrinen – unten in der Ecke liegt ein mit einer antiken Klapperschreibmaschine bedruckter Zettel, und da steht dann drauf, was man gerade vor Augen gestellt bekommt: frühsyrische Kupfermünze aus dem 4. Jahrhundert vor Christus oder so. Ein klassisches Museum halt. Doch das ist jetzt vorbei, ein alter Hut. Heute sind Museen – wie man sagt – erlebnisorientiert. Da ist dann alles nicht mehr so furchtbar steif und trocken. In der Werbebroschüre eines grossen Museums steht zum Beispiel dieser Tage zu lesen: «Geniessen Sie eine einzigartige Lern- und Erlebniswelt! Den Besucher erwarten beeindruckende Raumerlebnisse, Multimedia-Installationen, interaktive Exponate und vieles mehr.» Solche Erlebnis-Welten kommen an. Sie liegen im Trend. Und das ist ja auch kein Wunder! Mitmachen ist immer besser als nur stupides Zugucken oder Anschauen.

Doch halten Sie sich fest! Der erste Petrusbrief (eine Schrift aus dem Neuen Testament) malt das Bild der Kirche, und jetzt kommt’s: als eine moderne Erlebniswelt. Was sonst sollte es bedeuten, wenn da zu lesen steht: Liebe Christen, lasst Euch als lebendige Steine zu einem geisterfüllten Haus aufbauen (1 Petr 2,5). Da ist dann plötzlich Schluss mit blossem Zugucken und Anschauen. Da heisst es vielmehr: mitmachen, sich aufbauen lassen, sich zurüsten lassen. Gemeint ist der Gedanke, dass du nicht einfach nur irgendwie unbeteiligt Christ sein kannst. So wie einer, der am Rand steht. Wie einer, der bloss zuschaut. Viele machen das ja heute so. Die sind zwar gemeldet, offiziell Mitglieder einer Kirche. Aber das war’s dann auch schon. Der Glaube spielt ansonsten keine allzu grosse Rolle. Schade eigentlich! Denn das Evangelium ist eine Erlebniswelt. Das heisst: Es stupst dich an, es rührt dich an; es nimmt dich mit hinein in die Geschichte Gottes mit uns Menschen. Das Evangelium: Es lässt dich nicht in Ruhe. Es zwackt und quengelt – und vielleicht haben Sie das ja auch schon einmal gespürt –, es kann sogar mitunter richtig nerven, weil es nicht lockerlässt, weil Jesu Wort aus dir einen anderen, einen neuen glaubenden, hoffenden und liebenden Menschen machen will!

Der Erste Petrusbrief sagt übrigens glasklar, dass diese Erlebniswelt des Glaubens auch einen Grundstein hat, an dem man Mass nehmen muss, sonst klappt nämlich alles wie ein nasser Karton zusammen. Dieser Grundstein ist Jesus selbst. Wenn du in die Erlebniswelt des Glaubens eintauchen willst, dann musst du Jesus dabei ganz fest im Blick behalten. Das, was Er sagt – ist wichtig. Nur das! Das war Er tut, ist wichtig – Nur das!

Und noch ein Letztes. Fast am Ende gibt der Erste Petrusbrief uns Glaubenden einen handfesten Auftrag mit auf den Weg. Er sagt: «Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach dem Grund Eurer Hoffnung fragt» (1 Petr 3,15). Wer glaubt, ist nicht allein. Aber die Botschaft des Glaubens gehört nicht in die Besenkammer. Sie will bezeugt werden – offen und vor aller Welt. Seid also stets bereit, kräftig Werbung zu machen für die Erlebniswelt, die euch von Jesus her entgegenkommt.

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