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Wie werden wir dieses Jahr Weihnachten feiern? Wieder liegt ein Schatten über diesem Fest: Der brutale Überfall auf ein ganzes Land mit den verheerenden globalen Folgen. Diesmal ist es nicht weit weg und vor allem sind wir konkret betroffen durch die Flüchtlingswelle und die Engpässe in der Versorgung. 

Die Politik ermuntert zu Genügsamkeit und Solidarität. Die dunklen Nächte der Advents- und Weihnachtszeit werden wohl oder übel dunkel bleiben. Die Weihnachtsbeleuchtungen werden wie die Leuchtreklamen weniger blenden und das Fest der Familie wird vielen zur Qual, weil der Krieg hüben wie drüben viele Familien auseinanderreisst oder gar zerstört. 

Möglich, dass da und dort ein schlichtes Kerzenlicht wieder mehr Bedeutung erhält. Es ist nicht tot wie das künstliche Licht, sondern lebendig und darum nach wie vor ein Zeichen menschlicher Hoffnung auf das Licht von oben. 

Diese Hoffnung tragen wir nicht nur in unseren Herzen, wir wollen sie auch zeigen. Die Gestaltung der Advents- und Weihnachtszeit bringt immer neue Ideen und Formen hervor. Vieles schöpfen wir aus dem traditionellen Brauchtum und entfalten es weiter für unsere Zeit mit ihren Nöten und Problemen. 

Seit 1988 holt ein Kind aus Österreich in der Geburtsgrotte in Bethlehem ein Licht, das von dort aus eine Lichtspur der Hoffnung auf Frieden in die ganze Welt zieht. Das Friedenslicht von Bethlehem. Erstaunlich, wie viele Menschen weltweit dieses Licht empfangen, es mit nach Hause nehmen und es weiterschenken. 

Nach zweijähriger pandemiebedingter Pause treffen sich junge Erwachsene seit Jahrzehnten im Ranft bei Bruder Klaus. Er hat durch seine kluge Vermittlung und seine Gottesbeziehung die junge Eidgenossenschaft vor einem Bürgerkrieg bewahrt. Das Ranfttreffen zieht im Advent Jugendliche und junge Familien an, die ein Zeichen der Sehnsucht nach erfülltem Leben und Frieden setzen wollen. 

Die Flucht der heiligen Familie nach Ägypten bekommt unter dem Eindruck der Flüchtlingskatastrophen eine tragische Aktualität, gedeutet als Solidarität Gottes mit den Flüchtenden und als Ermutigung für uns alle, in den Flüchtenden das Wort des Matthäusevangeliums zu deuten: «Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan!» (Mt 25, 40). 

Das möge Weihnachten bewirken: Menschen machen sich auf den Weg, sie schliessen sich zusammen, sie folgen dem Ruf des Propheten Jesaja, «Mache dich auf und werde hell» (Jes 60,1), und bringen Licht in die Weltennacht mit der Verheissung des Engelchores: «Friede auf Erden den Menschen!» (Lk 2,14).

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