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Unsere gut 400-jährige Klosteranlage steht unter Denkmalschutz. Nun wurden wir darüber informiert, dass die Schutzverordnung der Stadt neu angepasst wird. Nach dem Studieren der entsprechenden Unterlagen habe ich mit Staunen festgestellt, dass unser Garten, wenn es so weit kommt und von diesen Bestimmungen Gebrauch gemacht wird, erstens durch den Ortsbildschutz, zweitens als archäologisches Schutzgebiet und drittens auch noch als Gartendenkmal besonders geschützt sein wird. Als Nicht-Fachfrau denke ich, für den Klostergarten ist das etwas zu viel des Schutzes. Da werden wir das Gespräch suchen müssen und hoffentlich etwas reduzieren können.  

Ausser Frage steht aber, dass wir Menschen schutzbedürftig sind. Wie unangenehm ist es, von einem Regenguss überrascht zu werden und keinen Schirm bei sich zu tragen, den man gegen die rauschende Flut von oben aufspannen kann. Wie unheilvoll ist es, in der prallen Sonne zu wandern, ohne durch entsprechende Kleidung oder zumindest eine Sonnencreme geschützt zu sein – ein Sonnenbrand ist garantiert. Wie bitter ist die Erfahrung, in einer Runde wegen seiner Überzeugung angegriffen zu werden, und gar niemand steht zu einem und nimmt einen in Schutz.  

Auch spüren wir alle, wie sehr es uns betroffen macht, wenn Menschen zu wenig oder keinen Schutz erhalten. Da sind die Berichte von Menschen, die Bombenangriffen wehrlos ausgeliefert sind. Oder die Bilder von den Menschen, die ungeschützt auf kleinen, überfüllten Booten im Meer treiben. Oder die Nachrichten über Naturkatastrophen, denen Menschen ohnmächtig gegenüberstehen. All diese Schutzlosigkeit verstört uns, denn Schutz zu erhalten gehört zu den elementarsten und eigentlich auch selbstverständlichsten Dingen unseres Lebens.  

Dass wir immer und immer wieder und gewisse Menschen über das Mass hinaus Schutzlosigkeit erfahren, gehört zu den Rätseln, auf die ich keine Antwort finde. Vermutlich lässt sich dies hier auf dieser Welt überhaupt nicht lösen.  

Was für ein Geschenk ist es aber, in aller Gefährdung auf den Schutz Gottes vertrauen zu können. Nicht weil es dafür eine Regelung gibt, die verordnet wird, sondern weil ich daran glaube, dass Gott grösser ist als alles Unglück und alle Verletzlichkeit. Und weil ich all die kleinen Zeichen des Schutzes als einen Hinweis auf den grossen und umfassenden Schutz verstehen darf, der nicht nur mir gilt, sondern auch allen versehrten, bedrohten und verängstigten Menschen. Auch ihnen und vor allem ihnen sollen in der grossen Not die kleinen Zeichen des Schutzes nicht fehlen.

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