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Haben Sie sich schon einmal gefragt, was Sie tun würden, wenn Sie Bundespräsident oder Bundespräsidentin oder gar ein König oder eine Königin wären? Was würden Sie beschliessen, verändern, einführen? In meiner Jugendzeit gab es einen ganz bekannten Song von Rio Reiser: «König von Deutschland». Darin beschreibt er, was er alles tun würde, wenn er König von Deutschland wäre. Da heisst es unter anderem:  

Ich würd die Krone täglich wechseln, würde zweimal baden
Würd die Lottozahlen eine Woche vorhersagen
Bei der Bundeswehr gäb es nur noch Hitparaden
Ich würd jeden Tag im Jahr Geburtstag haben.
Das alles und noch viel mehr
Würd ich machen Wenn ich König von Deutschland wär. 

 

Wie anders klingt da die Vorstellung, die Jesus von seinem Königtum hat: «Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich von der Wahrheit Zeugnis ablege.»  

Von der Wahrheit Zeugnis ablegen heisst nichts anderes, als von Gott Zeugnis ablegen. Das ist das Königtum Jesu. Er hat Zeugnis von Gott gegeben, nicht nur in Worten, sondern in Taten. Alles, was Jesus tut und getan hat, ist ein Hinweis auf Gott: Wenn Jesus Kranke heilt, dann zeigt er, dass Gott dem Menschen Heil schenken will; wenn Jesus Tote erweckt, dann zeigt er uns, dass Gott selbst das Leben ist und uns Leben schenken will; wenn Jesus Dämonen austreibt, dann zeigt er, dass Gott mächtiger ist als das Böse.  

Wenn wir am Ende des alten Kirchenjahres das Christkönigsfest feiern, dann feiern wir, dass Jesus König ist – aber nicht wie ein irdischer König, sondern dass wir in ihm Gott selbst begegnen können, dem Herrn und König der ganzen Schöpfung. Wenn er wiederkommt, dann wird sein Königtum ein Reich des Friedens sein, wo es keinen Krieg und keine Not mehr gibt, wo er selbst alle Tränen abwischen wird. Unsere Aufgabe heute ist es, schon jetzt an diesem Reich mitzubauen und es schon heute – zumindest teilweise – Wirklichkeit werden zu lassen. Wir sollen und dürfen an diesem Reich mitbauen, indem wir Frieden stiften und Streit beilegen, Not lindern, die wir in unserer Umgebung sehen – und Tränen abwischen bei denen, die traurig und alleine sind. Deshalb – so heisst es in der zweiten Lesung – hat Jesus auch uns «zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott». 

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